Trageberatung

Warum Tragen?

Babys sind seit Urzeiten Traglinge. Sie sind von Anfang an auf die ständige Betreuung der Eltern angewiesen. Nach neun Monaten voll Wärme, Bewegung und ständigem Kontakt zur Mutter war die Geburt eine starke Veränderung. Nicht nur das Umfeld hat sich verändert, sondern auch die Bindung zur Mutter. Menschliche Säuglinge haben nach der Geburt ein großes Bedürfnis nach direktem Körperkontakt. Das Tragen erfüllt das intensive Bedürfnis nach Wärme, Nähe und Geborgenheit.

Getragene Babys sind zufriedene Babys. Das wurde wissentschatlich nachgewiesen. Getragene Babys haben eine regelmäßigere Herzfrequenz als Kinder, die in einem Kinderwagen geschoben werden. Der Rhythmus, der bei der Bewegung der Mutter entsteht und ihr regelmäßiger Herzschlag spenden dem Kind nicht nur Nähe und ein vertrautes Umfeld, sondern schulen auch das Herz des Kindes. Der Schock der Umgebungsveränderung nach der Geburt wird abgemildert, wenn man sein Kind in einem Tragetuch trägt. Geräusche werden ähnlich wahrgenommen wie im Mutterleib, auch das fest gebundene Tuch vermittelt das vertraute Gefühl von Enge wie im Mutterleib. Der der vertraute Geruch der Mutter erfüllt die grundlegenden Bedürfnisse des Babys.

Auch am kindlichen Körperbau weist vieles darauf hin, dass ein Menschenkind als Tragling geboren wird. Besonders gut zu erkennen ist die sogenannte Anhock-Spreiz-Haltung ein Reflex bei Säuglingen. Halten wir ein Baby hoch, hockt es die Beine meist automatisch in einer leichten Spreizposition an. Zum einen kann das Kind sich so perfekt auf der Hüfte der Mutter sitzend anklammern und auf der anderen Seite kann in genau dieser Position die bei Neugeborenen noch unreife Hüfte optimal reifen.

Ein weiterer Reflex des Kindes ist der sogenannte Klammer Reflex. Dieser ist ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, in denen sich das Kind mit Händen und Füßen im Fell festgeklammert haben. Säuglinge haben einander zugewandte Handflächen und Fußsohlen sowie O-Beine. Diese Gegebenheiten machen es ihnen möglich, sich aktiv am Getragenwerden zu beteiligen. Legen wir unser Baby ab so beginnt es meist sofort zu weinen, da der Kontakt zur Bezugsperson abbricht. Dieses Verhalten nennt man Kontaktweinen. Das sind Situationen, in denen die Säuglinge Angst haben zu sterben, was der Reflex ist, der die Bezugspersonen immer wieder an das Junge erinnert und der den jeweiligen Arten über Jahrtausende und Jahrmillionen das Überleben sicherte.

Erst mit neun bis zwölf Monaten erlangen die Menschenkinder die Objektpermanenz. Das bedeutet, dass, auch wenn sich eine Person aus dem unmittelbaren Wahrnehmungsbereich des Babys entfernt, es trotzdem weiß, dass sie noch da ist.

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